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5 Kosten der Wärmepumpe, die man kennen muss

Inhaltsverzeichnis:

Quiz: Wärmepumpen-Kosten

1. Welcher WP-Typ hat die höchsten Erschließungskosten?

2. Was kostet Wärmepumpenstrom aktuell im Durchschnitt?

3. Was sagt die Jahresarbeitszahl (JAZ) aus?

4. Wie viel Förderung gibt es maximal für eine Wärmepumpe?

Welche Kosten entstehen bei einer Wärmepumpe wirklich? Wir zeigen Ihnen die 5 Kostenbereiche, die Sie kennen müssen — von der Erschließung bis zum laufenden Betrieb. Mit aktuellen Preisen für 2026 und konkreten Spartipps.

Bei einer Wärmepumpe sollten Sie nicht nur auf den Anschaffungspreis schauen. Die Gesamtkosten setzen sich aus 5 Bereichen zusammen: Erschließung, Anschaffung, Stromkosten, Betriebskosten und eventuelle Zusatzkosten. Jeder Bereich variiert je nach Wärmepumpen-Typ erheblich.

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Kosten 1: Erschließung der Wärmequelle

Bevor eine Wärmepumpe installiert werden kann, muss die Wärmequelle erschlossen werden. Die Kosten dafür unterscheiden sich je nach Typ erheblich — bei Luft-Wasser-Wärmepumpen ist der Aufwand minimal, bei Erdwärme und Grundwasser sind teure Bohrarbeiten nötig.

Wärmequelle Erschließungsart Kosten (2026)
Luft Aufstellung Außengerät, Leitungen 500–2.000 EUR
Erdreich (Kollektoren) Horizontale Verlegung, Aushub 3.000–6.000 EUR
Erdreich (Sonden) Vertikale Bohrung (50–100 m) 6.000–15.000 EUR
Grundwasser Saug- und Schluckbrunnen 8.000–15.000 EUR

Bei Erdwärmepumpen gibt es zwei Varianten: Erdkollektoren werden horizontal in 1–1,5 m Tiefe verlegt (günstig, braucht aber viel Fläche). Erdsonden werden vertikal bis zu 100 m tief gebohrt — teurer, aber platzsparender und effizienter.

Bei Grundwasserwärmepumpen sind zudem Probebohrungen und eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich, was zusätzliche Kosten und Vorlaufzeit bedeutet.

Kosten 2: Anschaffung der Wärmepumpe

Der reine Gerätepreis ist nur ein Teil der Anschaffungskosten. Hinzu kommen Installation, Verrohrung und die Anbindung an das bestehende Heizsystem.

Wärmepumpen-Typ Gerätepreis Installation Gesamt (ohne Erschließung)
Luft-Wasser-WP 10.000–18.000 EUR 3.000–7.000 EUR 13.000–25.000 EUR
Sole-Wasser-WP 12.000–20.000 EUR 4.000–8.000 EUR 16.000–28.000 EUR
Wasser-Wasser-WP 12.000–20.000 EUR 4.000–8.000 EUR 16.000–28.000 EUR

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind die günstigste Option — sowohl bei der Anschaffung als auch bei der Erschließung. Das macht sie mit rund 85 % Marktanteil zum beliebtesten Typ in Deutschland (BWP Absatzzahlen 2025).

Die Gerätepreise variieren stark je nach Hersteller, Heizleistung und Effizienz. Premium-Hersteller wie Viessmann, Vaillant oder Stiebel Eltron kosten tendenziell mehr, bieten aber oft bessere Jahresarbeitszahlen und längere Garantien. Einen detaillierten Vergleich finden Sie in unserem Preisvergleich für Wärmepumpen.

Kosten 3: Stromverbrauch und Stromkosten

Die Stromkosten sind der größte laufende Kostenfaktor einer Wärmepumpe. Wie viel Strom Sie verbrauchen, hängt vor allem von der Jahresarbeitszahl (JAZ) ab: Je höher die JAZ, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe pro erzeugter kWh Wärme.

Formel: Heizwärmebedarf ÷ JAZ × Strompreis = jährliche Stromkosten

Wärmepumpen-Typ JAZ (Praxis) Stromverbrauch (20.000 kWh Heizwärme) Stromkosten/Jahr (27 ct/kWh)
Luft-Wasser-WP 3,1–3,3 6.100–6.500 kWh 1.650–1.750 EUR
Sole-Wasser-WP 4,0–4,6 4.350–5.000 kWh 1.170–1.350 EUR
Wasser-Wasser-WP ca. 5,0 ca. 4.000 kWh ca. 1.080 EUR

JAZ-Werte: Fraunhofer ISE Feldstudie. Strompreis: Durchschnitt Wärmepumpentarif Anfang 2026, Quelle: Verivox.

So senken Sie die Stromkosten:

  • Wärmepumpentarif nutzen: Viele Versorger bieten spezielle Tarife ab ca. 23–27 ct/kWh (statt 30+ ct Haushaltsstrom). Lohnt sich ab ca. 3.000 kWh/Jahr.
  • PV-Anlage kombinieren: Eigenverbrauch kostet nur 8–12 ct/kWh — spart 200–400 EUR/Jahr. Mehr dazu: Wärmepumpe und Solaranlage.
  • Niedrige Vorlauftemperatur: Fußbodenheizung (35 °C) statt Heizkörper (55 °C) verbessert die JAZ um 0,5–1,0 Punkte.

Wichtig: Die Jahresarbeitszahl wird für Ihren konkreten Fall berechnet. Sie hängt von der Vorlauftemperatur, Gebäudedämmung, dem Heizsystem und der Wärmequellentemperatur ab. Ein Energieberater kann Ihre individuelle JAZ vorab prognostizieren.

Kosten 4: Wartung und Betriebskosten

Wärmepumpen sind deutlich wartungsärmer als Öl- oder Gasheizungen — es gibt keine Verbrennung, keinen Schornstein, keine Abgasmessung. Das spart den jährlichen Schornsteinfeger (ca. 50–100 EUR).

Kostenart Jährliche Kosten
Wartung (1x jährlich) 200–300 EUR (Luft-WP) / 100–200 EUR (Erdwärme-WP)
Wartungsvertrag (inkl. Notdienst) 250–400 EUR
Stromzähler-Gebühr ca. 40–80 EUR
Versicherung ca. 50–100 EUR (mehr zur Versicherung)
Gesamt Betriebskosten ca. 350–550 EUR/Jahr

Zum Vergleich: Eine Gasheizung kostet ca. 400–600 EUR/Jahr an Wartung + Schornsteinfeger. Die Gesamtbetriebskosten einer Wärmepumpe (Strom + Wartung) liegen laut Verivox-Analyse rund 41 % unter denen einer Gasheizung.

Kosten 5: Zusatzkosten und Gesamtübersicht

Je nach Gebäudesituation können Zusatzkosten entstehen:

  • Pufferspeicher: 1.000–3.000 EUR (bei den meisten Installationen nötig)
  • Fußbodenheizung nachrüsten: 3.000–10.000 EUR (verbessert die Effizienz erheblich)
  • Hydraulischer Abgleich: 500–1.000 EUR (für die Förderung Pflicht)
  • Energieberater: 300–500 EUR Eigenanteil (50 % förderfähig über KfW)

Gesamtkosten nach WP-Typ

Die Gesamtkosten (Erschließung + Anschaffung + Installation) für ein typisches Einfamilienhaus:

Wärmepumpen-Typ Gesamtkosten (brutto) Nach 50 % Förderung Nach 70 % Förderung
Luft-Wasser-WP 27.000–40.000 EUR 12.000–25.000 EUR 6.000–19.000 EUR
Sole-Wasser-WP 40.000–50.000 EUR 22.500–32.500 EUR 19.000–29.000 EUR
Wasser-Wasser-WP 40.000–55.000 EUR 22.500–37.500 EUR 19.000–34.000 EUR

Hinweis: Die Förderung bezieht sich auf max. 30.000 EUR förderfähige Kosten (KfW 458). Kosten über 30.000 EUR tragen Sie komplett selbst. Details zur Förderung finden Sie in unserem Artikel zur Förderung und Finanzierung.

7 Tipps zum Kosten sparen

  1. Richtige Dimensionierung: Eine zu kleine Wärmepumpe arbeitet ineffizient, eine zu große verschwendet Geld bei der Anschaffung. Lassen Sie die Heizlast berechnen.
  2. Niedrige Vorlauftemperatur: Fußbodenheizung (35 °C) statt Heizkörper (55 °C) = bis zu 30 % weniger Stromverbrauch.
  3. Wärmepumpenstromtarif: Spart 20–30 % gegenüber dem normalen Haushaltstarif.
  4. PV-Anlage: Eigenverbrauch für ca. 10 ct/kWh statt 27 ct/kWh.
  5. KfW-Förderung beantragen: Bis zu 70 % Zuschuss (max. 21.000 EUR). Antrag vor Baubeginn!
  6. KfW-Ergänzungskredit (358/359): Zusätzlich bis 120.000 EUR zinsgünstiger Kredit — bei niedrigem Einkommen sogar ab 0,01 % Zins.
  7. Regelmäßige Wartung: Verlängert die Lebensdauer (15–30 Jahre) und sichert die Effizienz.

Häufige Fragen

Was kostet eine Wärmepumpe insgesamt?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet komplett 27.000–40.000 EUR, eine Erdwärmepumpe 40.000–50.000 EUR. Mit KfW-Förderung (30–70 %) sinkt der Eigenanteil auf 9.000–28.000 EUR. Die laufenden Kosten (Strom + Wartung) liegen bei ca. 1.800–2.300 EUR/Jahr.

Wie hoch sind die Stromkosten einer Wärmepumpe pro Jahr?

Bei einem EFH mit 20.000 kWh Heizwärmebedarf und einer JAZ von 3,5: ca. 1.550 EUR/Jahr (bei 27 ct/kWh Wärmepumpenstrom). Erdwärmepumpen (JAZ 4,0–4,6) kommen auf ca. 1.170–1.350 EUR/Jahr.

Ist eine Wärmepumpe günstiger als Gas oder Öl?

Ja, deutlich. Eine aktuelle Verivox-Analyse zeigt: Die Wärmepumpe heizt 41 % günstiger als Gas. Über 20 Jahre spart eine Luft-WP ca. 18.000 EUR gegenüber Gas und ca. 23.000 EUR gegenüber Öl.

Lohnt sich eine Erdwärmepumpe trotz höherer Kosten?

Langfristig oft ja: Die höheren Anschaffungskosten werden durch niedrigere Stromkosten (JAZ 4,0–4,6 statt 3,1–3,3) und längere Lebensdauer (20–30 Jahre) ausgeglichen. Mehr dazu: Lohnt sich eine Wärmepumpe?


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