„Wärmepumpen lohnen sich immer!“ Mancher Hersteller würde gerne diesen Eindruck erwecken, doch das stimmt nicht. Es gibt durchaus Situationen, in denen Wärmepumpen keinen Sinn machen. Aber unter bestimmten Voraussetzungen lohnen sie sich schon. Welche Voraussetzungen das sind, das erklären wir Ihnen in diesem Text. 

1. Voraussetzungen, damit sich Wärmepumpen lohnen

Es braucht einige Grundvoraussetzungen, um eine Wärmepumpe lohnend einzusetzen. Der Sachverständige Thomas Weber vom Verband Privater Bauherren e.V. verweist darauf, dass eine Wärmepumpe ihrem Zweck entsprechend dimensioniert sein muss, damit sie sich rechnet. Maßgebend sei dabei das Energiekonzept des Gebäudes. Von diesem ausgehend müsse die Wärmepumpe die richtige Arbeitszahl, die richtige Leistungszahl und die exakte Vorlauftemperatur mitbringen. Wer eines dieser Merkmale missachte, riskiere einen Fehlkauf, so Weber.

Auch die Art der Pumpe (Erd-Wärmepumpe, Luft-Wärmepumpe oder Grundwasser-Wärmepumpe) spielt eine große Rolle. Am häufigsten entscheiden sich Eigenheimbesitzer laut Weber für die günstige Luft-Wasser-Wärmepumpe, die sich aber eher in kleinen Gebäuden mit einem Heizleistungsbedarf bis maximal 10 Kilowatt lohne. Weber rät:

Wer auf seinem Grundstück sowieso Aushubarbeiten zu erledigen hat, soll lieber die etwas effizientere Erdwärmepumpe einbauen.

Sie sehen also: Mitentscheidend für die Effizienz einer Wärmepumpe sind unter anderem

  • die Bauart des Hauses,
  • sowieso anstehende Arbeiten,
  • die Art der Wärmepumpe,
  • die individuelle Anpassung der Pumpe an die Gegebenheiten und
  • Details wie das Vorhandensein einer Fußbodenheizung (dazu später in diesem Text noch mehr).

2. Wie findet man heraus, ob sich eine Wärmepumpe im konkreten Fall rentiert?

Kann man eine pauschale Aussage dazu treffen, ob sich Wärmepumpen lohnen und die Rendite stimmt? Leider ist so eine allgemeine Aussage nur sehr bedingt möglich.

Wärmepumpen brauchen Strom, um ihre Arbeit zu verrichten. Daher lautet die Kernfrage bei der Rendite von Wärmepumpen: Rechtfertigen die Einsparungen bei der Wärmeerzeugung den erhöhten Strombedarf? Es bringt ja schließlich nichts, wenn Sie zwar Heizkosten sparen, dafür aber in gleicher Höhe Stromkosten zahlen müssen.

Folgende kleine Berechnung kann helfen, vorab einzuschätzen, welche Arbeitszahl die Wärmepumpe mindestens besitzen muss:

Die Arbeitszahl (auch Jahresarbeitszahl genannt) der Wärmepumpe sollte größer sein als der Quotient aus Strompreis und Gas- oder Heizöl-Preis. Berechnung: Welche Jahresarbeitszahl sollte die Wärmepumpe mindestens haben?

Derzeit beträgt der durchschnittliche Strompreis rund 30 Cent pro kWh und der Gaspreis rund 7 Cent pro kWh. Setzt man diese Werte in die Rechnung ein, ergibt sich eine Mindest-Arbeitszahl von 4,3.

Wichtig ist, dass Sie die Jahresarbeitszahl nicht mit der Leistungszahl verwechseln. Was die beiden Begriffe bedeuten, erfahren Sie hier. 

2.1. Warum wird der Gas- oder Heizölpreis bei der Rendite einer Wärmepumpe berücksichtigt?

In unserer Berechnung beziehen wir die Kosten für einen Brennstoff wie Öl oder Gas mit ein. Vielleicht haben Sie sich darüber gewundert? Schließlich verbrauchen Wärmepumpen doch gar kein Gas oder Heizöl, warum spielt also dieser Preis eine Rolle? Wir erklären es Ihnen:

  • Man versucht, die Wärmepumpe mit einem herkömmlichen Heizsystem zu vergleichen und die Kosten dafür abzuwägen.
  • Eine Gas-Brennwertheizung beispielsweise erzeugt die Wärme durch Verbrennung von Gas, eine Wärmepumpe benötigt dafür Strom.
  • Eine Wärmepumpe lohnt sich also nur dann, wenn die Summe der Einsparungen beim Gas beziehungsweise Öl größer sind als der erhöhte Stromeinsatz.

Darum sind bei den Überlegungen auch die Preisentwicklungen der Brennstoff- und Strompreise wichtig. Welcher Preis wird sich wohl zu Ihren Gunsten entwickeln? Das ist nicht ganz sicher vorauszusehen.

Aber lassen Sie uns noch einmal zur Ausgangsfrage zurückkommen: Wie findet man heraus, ob sich eine Wärmepumpe im konkreten Fall rentiert?

Eine erste Abschätzung können Sie mit unserer genannten Rechnung machen. Aber das reicht natürlich längst nicht aus. Um eine genauere Einschätzung treffen zu können, brauchen Sie die Beratung einer Fachfirma. Diese verschafft sich bei einer Vor-Ort-Begehung einen Überblick und kann Ihnen dann eine genauere Abschätzung geben, ob eine Wärmepumpe für Sie infrage kommt.

3. Dämmung und Flächenheizung: Voraussetzungen im Haus

Haus und Grundstück müssen einige Voraussetzungen erfüllen, damit Sie eine Wärmepumpe als Heizlösung sinnvoll betreiben können. Die wichtigsten betreffen die Dämmung und das Vorhandensein von Fußboden- oder Wandheizungen:

3.1. Eine gute Dämmung entscheidet, wie sich die Wärmepumpe lohnt

Die Vorlauftemperaturen einer Wärmepumpe (also die Temperatur, die das Heizmittel beim Eintritt ins Heizsystem hat) sind nicht allzu hoch.

Es gilt sogar: Je niedriger sie ausfallen können, umso effizienter und lohnender lässt sich die Wärmepumpe einsetzen. Das ist auch logisch: Schließlich braucht die Wärmepumpe den Strom vor allem dafür, die aufgenommene Wärme weiter zu erhöhen. Je höher sie das Temperaturniveau bringen muss, desto mehr Strom verbraucht sie. Und damit werden natürlich auch die Betriebskosten höher und die Rendite kleiner.

Eine Voraussetzung für eine niedrige Vorlauftemperatur ist eine gute Dämmung des Hauses. Ist das Haus schlecht gedämmt, dann geht zu viel Wärme verloren und die Heizanlage braucht höhere Vorlauftemperaturen, um angenehme Wärme zu bekommen.

Niedrige Vorlauftemperaturen von nicht viel mehr als 50 °C, wie Wärmepumpen sie idealerweise produzieren, sind deshalb nur bei einer guten Dämmung möglich. Deshalb ist bei einem Altbau häufig eine komplette Energiesanierung notwendig, wenn eine Wärmepumpe rentabel eingesetzt werden soll.

3.2. Ebenfalls notwendig: Flächenheizungen

Gewöhnliche Heizkörper lassen sich mit einer Wärmepumpe normalerweise nicht gut betreiben. Auch das liegt an der Vorlauftemperatur. In einem vergleichsweise kleinen Heizkörper braucht man viel höhere Temperaturen, um damit den ganzen Raum zu erwärmen.

Eine Flächenheizung (also eine Fußbodenheizung oder Wand-Flächenheizung) gibt die Wärme dagegen auf einer viel größeren Fläche ab. Deshalb reichen geringere Temperaturen.  Deshalb sind Flächenheizungen fast immer eine weitere Voraussetzung für einen rentablen Betrieb einer Wärmepumpe.

3.3. Lohnen sich Altbausanierungen für den Einsatz einer Wärmepumpe?

Klar ist: Es macht wenig Sinn, eine Wärmepumpe in ein schlecht isoliertes Haus mit ungeeigneten Heizkörpern einzubauen. Aber lohnt es sich, eine komplette Sanierung durchzuführen? Auch diese Antwort lässt sich nur mit einem „Es kommt darauf an“ beantworten.

Wenn ein Altbau gedämmt wird, spart man häufig einen sehr großen Teil der Heizkosten ein. Das kann sich durchaus rechnen. Außerdem ist natürlich der Umweltgedanke wichtig: Wir wollen nicht unnötig „die Gegend beheizen“, sondern die eingesetzte Wärme im Haus nutzen.

Außerdem erhält man in einem gut gedämmten Haus auch ein angenehmeres Wohnklima. Man hat es leichter mollig warm. Auch Fußbodenheizungen tragen sehr zu einem gemütlichen Wohnklima bei. Und schließlich erhöht eine energieeffiziente Sanierung auch den Wert des Hauses deutlich.

Wer diese Aspekte mit einbezieht und dann noch die Förderungen von KfW und/oder BAfA nutzt, kommt häufig zu einem positiven Ergebnis. Aber auch hier gilt: Sie müssen alles im Detail berechnen und sich gut beraten lassen, bevor Sie eine Entscheidung für einen so umfassenden Umbau treffen.

4. Kostenvergleich der verschiedenen Arten von Wärmepumpen

Wir haben es oben schon erwähnt: Nicht nur die Gegebenheiten im Haus und im Grundstück spielen eine Rolle, sondern auch die Art der Wärmepumpe. Deshalb schauen wir uns die einzelnen Arten hier noch einmal genauer an. Die Arten unterscheiden sich in erster Linie dadurch, woher sie ihre Energie beziehen: aus der Umgebungsluft, aus dem Grundwasser oder aus dem Erdreich.

Luftwärmepumpen sind vergleichsweise günstig und einfach zu installieren

4.1. Wann lohnen sich Luft-Wärmepumpen?

Luft-Wärmepumpen sind sehr günstig in der Anschaffung, lohnen sich aber nur in nicht zu großen, dafür aber gut gedämmten Neubauten. Hierfür wiederum entfällt die BafA-Förderung. Trotzdem gibt es sehr gute Gründe für eine Luftwärmepumpe:

  • Sie ist leicht zu installieren, aufwendige Grabungsarbeiten (wie bei den anderen Wärmepumpen) sind nicht notwendig.
  • Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 100 bis 130 m² Wohnfläche können Sie von Kosten um 12.000 bis 15.000 Euro ausgehen.

Wichtig für die Effizienz einer Luft-Wärmepumpe: Der Temperaturunterschied zwischen der genutzten Umgebungswärme und der Vorlauftemperatur soll möglichst gering sein. Daraus ergibt sich die effiziente Kombination der Wärmepumpe mit einem Niedertemperatursystem wie einer Flächenheizung.

Das bedeutet: In kleineren, gut gedämmten Einfamilienhäusern funktioniert die Luftwärmepumpe in Verbindung mit einer modernen Fußbodenheizung recht gut. Natürlich mag es kalte Winter geben, in denen man eine Gasheizung zuschalten muss. Das heißt aber noch nicht, dass sich die Luft-Wärmepumpe insgesamt nicht lohnen würde. Von allen Wärmepumpen-Arten werden Luft-Wärmepumpen am häufigsten installiert.

4.2. Wann lohnen sich Grundwasser- oder Erd-Wärmepumpen?

Grundwasser-Wärmepumpen und Erd-Wärmepumpen kosten viel und lohnen sich erst bei größeren Gebäuden. Grund für die höheren Investitionskosten sind die umfangreichen und teuren Bohrungen:

  • Bei der Erd-Wärmepumpe werden Sonden bis tief in die Erde getrieben. Wie tief das sein muss, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Mancherorts herrschen schon ab einer Tiefe von zehn Metern ganzjährig gleichbleibende Temperaturen. An anderen Orten müssen die Sonden bis zu 80 Meter tief gelegt werden. Technische Infos finden Sie auch in der Arbeit: "Sonden für Erdwärmepumpen".
  • Für eine Grundwasser-Wärmepumpe müssen zwei Brunnen zum Grundwasserstrom gelegt werden. Aus einem entnimmt die Wärmepumpe das Wasser, über den anderen führt sie es (abgekühlt) zurück in die Natur. Auch hier können die individuellen Gegebenheiten sehr unterschiedlich sein. Umfangreiche Probebohrungen und Wasserproben sind im Vorfeld nötig, um eine Genehmigung zu bekommen.

5. Fazit: Lohnen sich Wärmepumpen nun oder nicht?

Wärmepumpen kosten mehr als gewöhnliche Heizsysteme. Die Investition kann sich durch Einsparungen in der Wärmeerzeugung amortisieren.

Die Diplomarbeit "Entscheidungskriterien für die Auswahl von Wärmepumpen am Beispiel zweier Einfamilienhäuser und Bewertung der Wärmepumpenanlagen nach ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten" von Bernd-Axel Hugelmann gibt weitere ausführliche Informationen für den interessierten Planer.

Wenn die Umgebungsvariablen gut sind, kann sich eine Wärmepumpe schon nach etwa 8 Jahren amortisiert haben. Das ist aber nicht immer der Fall. Wärmepumpen lohnen sich meist nur in gut gedämmten Häusern mit Flächenheizungen.

  • In Einfamilienhäusern sollten Sie auf die günstigeren Luftwärmepumpen setzen.
  • Für größere Häuser empfehlen sich Wärmepumpen-Varianten, die die Erdwärme nutzen.
  • Generell gilt: Lassen Sie von einer Fachfirma (oder, besser noch, von zwei oder drei) ein Angebot berechnen, bei dem auch die Wirtschaftlichkeitsberechnungen mit einbezogen werden.
Geschrieben von: Jascha Schmitz , 17. Dezember 2020


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