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Erdwärmepumpe: Funktion, Kosten und Förderung 2026

Inhaltsverzeichnis:
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Erdwärmepumpen (auch Sole-Wasser-Wärmepumpen) nutzen die konstante Wärme des Erdreichs zum Heizen. Mit einer Jahresarbeitszahl von 4,0 bis 4,6 gehören sie zu den effizientesten Wärmepumpen — und sind dank Förderung von bis zu 70 % wirtschaftlicher denn je. Auf dieser Seite erklären wir Funktion, Kosten, Förderung 2026 und alle Vor- und Nachteile.

Warum Erdwärme? Die geniale Idee hinter der Erdwärmepumpe

Schon wenige Meter unter der Erdoberfläche herrschen das ganze Jahr über nahezu konstante Temperaturen. Ab 10 Metern Tiefe liegen die Temperaturen ganzjährig bei etwa 10 °C — egal ob draußen −15 °C oder +35 °C herrschen.

In 100 Metern Tiefe (der typischen Grenze für geothermische Bohrungen in Deutschland) beträgt die Temperatur ca. 12 °C. Diese kostenlose und unerschöpfliche Wärmequelle nutzen Erdwärmepumpen, um daraus Heiztemperaturen von 40 bis 55 °C zu erzeugen.

Der Erdkern hat eine geschätzte Temperatur von ca. 6.000 °C — ähnlich wie die Sonnenoberfläche. Von dieser gewaltigen Energie nutzen wir mit der Erdwärmepumpe nur einen winzigen Bruchteil aus den obersten Erdschichten.

Wie kann man die Erdwärme nutzbar machen?

Bei der Erdwärme (Geothermie) unterscheidet man zwischen oberflächennaher Geothermie (bis 400 m) und Tiefengeothermie (ab 400 m). Für Einfamilienhäuser ist nur die oberflächennahe Geothermie relevant — mit Bohrungen von 1 bis 100 Metern.

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Die zwei Typen: Erdkollektoren vs. Erdwärmesonden

Erdkollektoren (horizontale Verlegung)

Erdkollektoren werden unterhalb der Frostgrenze in 1 bis 1,5 Meter Tiefe horizontal verlegt — ähnlich einer Fußbodenheizung, nur im Erdreich. Sie nutzen primär die Sonneneinstrahlung und Regenwärme, die den Boden aufheizt.

Die benötigte Kollektorfläche beträgt das 1,5- bis 2-fache der zu beheizenden Wohnfläche. Bei 150 m² Wohnfläche brauchen Sie also 225–300 m² Gartenfläche.

Vorteile Erdkollektoren:

  • Günstiger als Erdsonden (keine Tiefenbohrung)
  • Nur anzeige-, nicht genehmigungspflichtig
  • Installation ist vergleichsweise einfach

Nachteile Erdkollektoren:

  • Großer Flächenbedarf — Fläche muss unbebaut und unversiegelt bleiben
  • Keine tiefwurzelnden Pflanzen über den Kollektoren
  • Leistung schwankt saisonal (abhängig von Sonneneinstrahlung und Regen)

Erdwärmesonden (vertikale Bohrung)

Bei Erdwärmesonden werden zwei U-förmige Kunststoffrohre senkrecht in 50 bis 100 Meter Tiefe gebohrt. Der Bohrdurchmesser beträgt nur ca. 15 cm — der Platzbedarf ist minimal.

  • Richtwert: ca. 50 Watt Heizleistung pro Bohrmeter
  • Für ein typisches EFH (8–10 kW Heizlast): ca. 80–100 Meter Bohrtiefe

Vorteile Erdsonden:

  • Konstante Leistung ganzjährig (ab 10 m Tiefe temperaturneutral)
  • Sehr geringer Platzbedarf
  • Ideal für Passive + Active Cooling im Sommer (bis 5 °C Raumabsenkung)
  • Höchste Effizienz unter den Erdwärmesystemen

Nachteile Erdsonden:

  • Teurer durch Tiefenbohrung
  • Genehmigungspflichtig (Untere Wasserbehörde)
  • In Wasserschutzgebieten nicht zulässig
  • Erdreich kann sich langfristig abkühlen — Regeneration der Erdsonde ggf. nötig

Erdkollektoren vs. Erdsonden: Vergleich auf einen Blick

EigenschaftErdkollektorenErdwärmesonden
Tiefe1–1,5 m50–100 m
PlatzbedarfGroß (1,5–2× Wohnfläche)Minimal (ca. 15 cm Durchmesser)
GenehmigungNur anzeigepflichtigGenehmigungspflichtig
Erschließungskosten3.000–6.000 EUR6.000–12.000 EUR
Kühlung möglichEingeschränktJa (Passive + Active Cooling)
Effizienz im WinterGut (leicht schwankend)Sehr gut (konstant)
Ideal fürGroße Grundstücke, NeubauKleine Grundstücke, Altbau + Neubau

Was sind Sole-Wasser-Wärmepumpen? „Sole-Wasser" ist der technische Name für Erdwärmepumpen. Die „Sole" ist ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel, das als Kältemittel in den Erdsonden oder Kollektoren zirkuliert und dem Erdreich die Wärme entzieht.

So funktioniert eine Erdwärmepumpe (Kreisprozess)

Der Kreislauf der Erdwärmepumpe besteht aus vier Schritten:

  1. Verdampfen: Die Sole zirkuliert in den Erdsonden/Kollektoren und nimmt die Erdwärme (ca. 10 °C) auf. Im Verdampfer der Wärmepumpe wird ein Kältemittel durch diese Wärme zum Verdampfen gebracht.
  2. Verdichten: Der Kompressor presst das gasförmige Kältemittel zusammen — dabei steigt die Temperatur auf 40 bis 55 °C (Vorlauftemperatur).
  3. Kondensieren: Das heiße Gas gibt seine Wärme über den Kondensator an das Heizungswasser ab und verflüssigt sich dabei wieder.
  4. Entspannen: Ein Expansionsventil senkt den Druck des Kältemittels wieder auf das Ausgangsniveau — der Kreislauf beginnt von vorn.

Wichtig: Die Sole und das Heizungswasser kommen niemals direkt in Kontakt — es findet nur eine Wärmeübertragung statt.

Kosten einer Erdwärmepumpe 2026

Anschaffungskosten im Überblick

KostenpositionErdkollektorenErdsonden
Wärmepumpe (Gerät + Zubehör)10.000–15.000 EUR10.000–15.000 EUR
Erschließung (Bohrung/Aushub)3.000–6.000 EUR6.000–12.000 EUR
Installation + Verrohrung3.000–6.000 EUR3.000–6.000 EUR
Gesamtkosten (EFH)18.000–27.000 EUR20.000–33.000 EUR

Richtwert für Erdsondenbohrungen: ca. 50–80 EUR pro Bohrmeter (abhängig von Bodenbeschaffenheit). Für Erdkollektoren: ca. 300–400 EUR pro kW Heizleistung für den Aushub. (Quelle: 1KOMMA5°, ADAC)

Laufende Betriebskosten

KostenartJährliche Kosten (EFH)
Stromkosten (bei JAZ 4,3, WP-Tarif 22 ct/kWh)ca. 700–1.100 EUR
Wartung150–300 EUR
Gesamt Betriebskosten850–1.400 EUR/Jahr

Erdwärmepumpen haben deutlich niedrigere Betriebskosten als Luft-Wasser-WP — und liegen nur knapp hinter Grundwasser-WP. Im Vergleich zur Gasheizung sparen Sie rund 30–40 % Heizkosten pro Jahr.

Effizienz: JAZ und COP der Erdwärmepumpe

KennzahlErdwärme-WPLuft-Wasser-WP (Vergleich)
COP (Herstellertest)4,5–5,53,8–4,8
JAZ (Praxis)4,0–4,63,1–3,3
Lebensdauer20–30 Jahre15–20 Jahre

Der Unterschied zwischen COP und JAZ: Der COP wird unter genormten Laborbedingungen gemessen und macht Modelle vergleichbar. Die JAZ misst die tatsächliche Effizienz bei Ihnen zu Hause — sie liegt in der Praxis darunter, weil Ihr Haus keine genormten Bedingungen bietet.

Eine JAZ von 4,3 bedeutet: Aus 1 kWh Strom erzeugt die Erdwärmepumpe 4,3 kWh Wärme. Zum Vergleich: Luft-WP erreichen typischerweise nur 3,1–3,3 (Quelle: energie-experten.org, Fraunhofer ISE Feldstudie).

Förderung für Erdwärmepumpen 2026

Erdwärmepumpen werden über das KfW-Programm 458 gefördert — und erhalten wie Grundwasser-WP automatisch den Effizienzbonus:

FörderungSatzVoraussetzung
Grundförderung30 %Für alle Eigentümer selbstgenutzter Immobilien
Klimageschwindigkeitsbonus20 %Austausch einer fossilen Heizung (Öl, Gas, Kohle)
Einkommensbonus30 %Haushaltseinkommen bis 40.000 EUR/Jahr
Effizienzbonus5 %Erdwärme als Wärmequelle (automatisch!)
Maximaler Fördersatz70 %Kombination aller Boni (gedeckelt)

Besonders günstig: Bei 30.000 EUR förderfähigen Kosten und 70 % Fördersatz erhalten Sie bis zu 21.000 EUR Zuschuss. Eine Erdwärmepumpe mit Erdsonden (33.000 EUR) kostet nach Förderung dann nur noch ca. 12.000 EUR. Mehr Details: Förderung und Finanzierung Ihrer Wärmepumpe.

Zusätzlich möglich: KfW 358/359 Ergänzungskredit bis 120.000 EUR zu vergünstigten Zinsen. (Quelle: co2online)

Die richtige Dimensionierung

Drei Komponenten müssen aufeinander abgestimmt sein:

  1. Wärmebedarf des Hauses — Heizlastberechnung durch Fachbetrieb
  2. Leistung der Wärmepumpe — Muss dem Wärmebedarf entsprechen
  3. Dimensionierung der Erdsonden/Kollektoren — Muss zur Heizlast passen

Zu klein dimensioniert: Die WP schafft es nicht allein und benötigt einen elektrischen Heizstab als Backup → hohe Stromkosten. Zu groß dimensioniert: Geringe Auslastung, schlechter Wirkungsgrad, unnötig hohe Anschaffungskosten. Lassen Sie die Dimensionierung unbedingt von einem spezialisierten Fachbetrieb berechnen.

Vorteile und Nachteile der Erdwärmepumpe

Vorteile

  • Hohe Effizienz: JAZ 4,0–4,6 — deutlich besser als Luft-WP
  • Konstante Leistung: Erdtemperatur schwankt kaum — effizient auch im tiefsten Winter
  • Niedrige Betriebskosten: Ca. 30–40 % günstiger als Gas/Öl
  • Kühlung im Sommer: Erdsonden ermöglichen Passive + Active Cooling
  • Lange Lebensdauer: 20–30 Jahre (länger als Luft-WP)
  • Geräuschlos: Keine Außeneinheit — kein Lärmschutzproblem mit Nachbarn
  • Automatischer Effizienzbonus: 5 % Extra-Förderung als Erd-WP
  • Fast wartungsfrei: Weniger Verschleiß als Luft-WP (kein Ventilator, keine Abtauung)

Nachteile

  • Höhere Anfangsinvestition: 18.000–33.000 EUR (Erdkollektoren günstiger, Erdsonden teurer)
  • Großer Flächenbedarf bei Kollektoren: 1,5–2× Wohnfläche
  • Genehmigungspflicht bei Erdsonden: Nicht in Wasserschutzgebieten möglich
  • Gartenbeeinträchtigung: Aushubarbeiten (Kollektoren) oder Bohrgerät (Sonden) nötig
  • Flächenheizung empfohlen: Niedrige Vorlauftemperaturen erfordern Fußboden-/Wandheizung
  • Erdreich-Auskühlung möglich: Bei Überdimensionierung kann sich der Boden langfristig abkühlen

Häufige Fragen zur Erdwärmepumpe

Was kostet eine Erdwärmepumpe 2026 komplett?

Mit Erschließung und Installation: 18.000–27.000 EUR (Erdkollektoren) bzw. 20.000–33.000 EUR (Erdsonden). Nach Abzug der KfW-Förderung (bis 70 %) bleiben im besten Fall nur ca. 6.000–10.000 EUR Eigenanteil.

Erdkollektoren oder Erdsonden — was ist besser?

Erdsonden sind effizienter (konstante Temperatur ab 10 m Tiefe), platzsparender und ermöglichen Kühlung. Erdkollektoren sind günstiger und brauchen keine Bohrgenehmigung. Die Wahl hängt von Grundstücksgröße, Budget und Boden ab.

Kann eine Erdwärmepumpe auch kühlen?

Ja! Besonders Erdsonden eignen sich hervorragend für Passive Cooling: Im Sommer zirkuliert die kühle Sole direkt durch die Flächenheizung und senkt die Raumtemperatur um bis zu 5 °C — fast ohne Strom. Active Cooling (mit Kompressor) ist ebenfalls möglich.

Wie effizient ist eine Erdwärmepumpe im Altbau?

Erdwärmepumpen arbeiten auch im Altbau effizient — vorausgesetzt, Flächenheizungen (Fußboden- oder Wandheizung) sind vorhanden oder werden nachgerüstet. Mit Radiatoren (klassische Heizkörper) sinkt die Effizienz deutlich, weil höhere Vorlauftemperaturen nötig sind. Weitere Infos: Welcher WP-Typ passt zu Ihrem Haus?


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