4.75 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Bewertung 4.75 von 5 Punkten (2 Stimmen)

Sonne am Stand ist genial. Sommersonne im Büro oder nächtliche Hitze im Schlafzimmer kann aber unter Umständen eher eine Qual werden. Wenn ein Ventilator nicht hilft ist die Klimaanlage das Richtige für Sie. Wie groß muss das Klimagerät aber sein? Welche Art von Klimageräten gibt es? Wie teuer sind sie?

In diesem Artikel erhalten Sie Antworten auf folgende Fragen:

  • Wie bestimmen Sie die Größe der Anlage? Hier werden Wärmelast und Kälteleistung werden erklärt.
  • Wie groß sind der Stromverbrauch und die Energieeffizienz?
  • Welche Art Klimagerät ist das passende für Sie?

Das Augenmerk legen wir im Artikel auf die Klimatisierung von Wohn- und Büroräumen. Bei größeren Systemen können besondere Umstände vorliegen, die wir hier nicht alle behandeln können.

Sie sollten sich nicht auf jede Fachperson aus einem Klimatechnik-Fachbetrieb verlassen. Selbst Personen die das eigentlich können sollten, fehlt oft Wissen und technisches Verständnis. Ein weiteres Problem sind natürlich Interessenkonflikte: Verkaufen ist für den Berater wichtig. Wenn Sie auch auf anderem Weg ihr Raumklima optimieren könnten wird der Berater das kaum sagen. Das bringt halt kein Geld. Der Artikel hier sollte aber reichen, um sich selber ein Urteil bilden zu können, was sinnvoll ist.

1. Wie groß muss das Klimagerät sein?

Das falsche Gerät ist entweder nicht leistungsfähig genug oder überdimensioniert und damit teurer als nötig gewesen. Beides will man vermeiden.
Es ist also als erstes wichtig festzustellen, welche Faktoren dazu beitragen, dass es in den Räumen zu heiß wird.
Als Wärmelast wird der Eintrag vom Wärme aus verschiedenen Quellen bezeichnet. Diese muss man verstehen, um die passende Klimaanlage zu wählen. Dazu gehören:

1.1. Hauptfaktor: Sonnenwärme durch die Fenster

Die Fenster sind der wichtigste Faktor zur Auslegung Ihrer Klimaanlage.

Pro Quadratmeter bringt die Sonne (bei unbewölktem Himmel) ca. 1 kW (Kilowatt). Das Sonnenlicht trifft dann im Raum auf Flächen, die das Licht absorbieren und in Wärme umwandeln. Fällt die Sonne nicht senkrechtem Einfall auf das Fenster reduziert sich diese Energie:

  • bei einer Abweichung um 30° um ca. 13%
  • bei 60° bereits um ca. 50%

Dachfenster auf der Südseite sind besonders für die Aufheizung des Raumes verantwortlich.
Bei senkrechten Fenster ist die Sonneneinstrahlung also schon etwas reduziert. Und bei Dachfenstern auf der Nordseite ist der Winkel ja noch schräger in dem die Sonne auf die Scheibe trifft. Damit gelangt hier noch viel weniger Wärmeenergie der Sonne in den Raum.

  • Die Einfallende Wärme muss noch mit dem Energiedurchlassgrad des Fensters multipliziert werden.
  • Bei moderner Dreifachverglasung ca. 0,6 also 60%.
  • Pro m² Fensterfläche bei senkrechtem Fenstern erhält man also ca. 0,5 kW Wärme.

Hat man also einige große Fenster kommt man schnell auf einige Kilowatt Wärmeintrag. Ein kleines Split-Klimagerät oder ein mobiles Kompakt-Raumklimagerät kann das schnell überfordern.

Vielleicht reicht auch ein Sonnenschutz statt eines Klimageräts. Wichtig: Ein Sonnenschutz vor den Fenstern wirkt nur effizient, wenn er von außen angebracht ist. Ausnahme wäre bei Jalousien von innen deren Fensterseite stark reflektiert – also das Sonnenlicht wieder zurück durch die Scheibe nach draußen befördert. Andernfalls erwärmt sich nur der Sonnenschutz und erwärmt dann trotzdem den Raum. Ein äußerer Sonnenschutz hilft beim Raumklima indem ca. 80 % der unerwünschten Wärme draußen bleiben, ohne das Licht zu blocken.

1.2. Was ist mit der Wärme durch Wand und Dach?

Senkrechte Wände sind meist kein allzu großes Problem.
Problematischer sind die Dächer. Die Dachziegel werden bei praller Sonne sehr heiß – teils weit über 60 °C. Das führt zu einem großer Temperaturunterschied zwischen Ziegeln und der Zimmerdecke. Und genau hier wird eine gute Wärmedämmung sehr wichtig.
Beispiel:

  • Dachfläche von 25 m²
  • Wärmedämmung mit einem U-Wert von 0,2 W / m2 K
  • Temperaturdifferenz zwischen Raum und Dachziegeln 60 °C - 25 °C = 35 K
  • = eindringende Wärmeleistung von 25 m² · 0,2 W / m2 K · 35 K = 175 W

Also kein Problem.

Ohne vernünftige Wärmedämmung erhält man aber schnell 1 kW oder mehr – natürlich um so schneller je größer die Fläche der Zimmerdecke.
Dass Wärme nach unten in kühlere Räume z.B. den Keller abfließt ist unwahrscheinlich - sie steigt nun mal nach oben und für einen merklichen Austausch sind die Temperaturunterschiede (ab in den Keller) zu gering.

1.2.1. Spielt die Wärmespeicherfähigkeit des Raums eine Rolle?

Gemauerte Wände, Betondecken usw. können helfen, wenn man … wichtig:

Nachts oder morgens (wenn es noch kalt ist) sehr gut Lüftet und den Raum so weit es geht herunterkühlt. Das gekühlte Mauerwerk schützt dann sozusagen vor der Hitze in den Stunden am Nachmittag. Resultat ist, dass man unter Umständen keine weitere Kühlung benötigt. Im Dachgeschoss ist dieser Effekt wegen der leichteren verbauten Materialien meist nicht möglich. 

Wenn man aber mal Wand oder Decke neu verkleidet kann man Latentwärmespeicher-Materialien verbauen – solche Materialien sind dafür gedacht ohne viel Volumen und Gewicht zur Wärmespeicherfähigkeit des Raums beizutragen.

1.3. Nebenfaktoren: Personen, Technik & Belüftung

Pro anwesender Person gibt es nochmal ca. 0,1 kW Wärmelast oben drauf.
Je nach Geräten, die sich Raum befinden gibt es auch noch weitere Wärmequellen. z.B.

  • Moderne PCs + Monitor je nach Gerät: z.B. 0,05 kW
  • Laserdrucker 100 W 

Hier sollte also mal überlegt werden, ob solche Geräte den Raum zusätzlich aufheizen und bei der Wahl des Klimageräts mit einberechnet werden müssen.

Wenn z.B. in Büros eine Lüftungsanlage vorhanden ist, kommt es auch hier zum Eintrag von Wärme. In einem Büro für zwei Personen bei 30 °C außen und 24 °C im klimatisierten Büro kommt man auf eine Wärmelast von ca. 0,1-0,2 kW.

Öffnet man unsinnigerweise immer wieder die Fenster kommt natürlich heiße Außenluft in den Raum und der Energieverbrauch der Klimatisierung erhöht sich.

1.4. Zusammenfassung: Bei der Größe der Klimaanlage zu beachten.

Hauptfaktor zur Bestimmung der Größe sind:

  1. Die Fensterfläche – speziell auf der Südseite.
  2. Die Wärmedämmung des Daches.

Personen, Elektrogeräte und die Belüftung spielen keine wesentliche Rolle.

Wichtig: Die Nutzfläche des Raums spielt kaum eine Rolle. Höchstens indirekt, weil ein größerer Raum mehr Fenster und Deckenfläche hat. Aber nochmal - wichtig ist als erstes wie groß die Fensterfläche ist und ob Sonnenschutzvorrichtungen vorhanden sind.

Interessant ist, dass die Außentemperatur auch keine so große Rolle spielt, da die Wärmelast von der Sonneneinstrahlung dominiert wird. Das Problem mit hohen Außentemperaturen ist eher, dass man morgens nicht zum Kühlen Lüften kann. Außerdem arbeitet das Klimagerät gegen die höhere Temperaturdifferenz und verbraucht dann mehr Strom.

2. Welche Art von Klimagerät sollte man verwenden?

Der erste Schritt, wie oben ausgeführt, besteht also darin zu erfassen, welche Wärmelast entfernt werden soll. Das ist die Voraussetzung, um dann auch das passende Gerät auswählen zu können.

Zusätzlich sollten Sie abklären, ob sie diese Ursachen für die Hitze in den Räumen auch anders beseitigen bzw. vermeiden könne – z.B. durch einen besseren Sonnenschutz von außen. Wenn Sie damit die Sonneneinstrahlung verringern können, sparen Sie sich eine Klimatisierung vielleicht sogar völlig. Zumindest kann das verwendete Gerät bei Nutzung solcher Möglichkeiten kleiner dimensioniert werden.

Bei der weiteren Wahl sind folgende Punkte wichtig zu beachten:

  • Vermeiden Sie Geräte mit zu kleiner Kühlleistung. Sie erreichen dann trotz ständiger Maximalleistung, nicht die benötigte Kühle. Außerdem sind die Geräuschentwicklung & Energieeffizienz in so einem Fall schlecht.
  • Zu viel Geld für ein überdimensioniertes Klimagerät muss auch nicht sein. Je nach Steuerung des Geräts ist es zwar trotzdem energieeffizient, aber der Anschaffungspreis könnte niedriger gewählt sein.

Effiziente Klimageräte (z. B. Split-Geräte – mehr dazu gleich) nutzen einen Kompressor, dessen Drehzahl sich an den momentanen Kältebedarf anpasst (auch Inverter-Geräte genannt). Solche Geräte sind unter Teillastbetrieb in der Regel effizienter als bei Volllast. 

Eine massive Überdimensionierung ist schlecht denn die Kälteleistung kann auch nur ein bestimmtes Minimum z.B. 1/3 der Leistung reduziert werden. Darunter schaltet das Gerät in den Taktbetrieb.

Bei alten Geräten, die nur im Taktbetrieb arbeiten wird der Kompressor je nach Bedarf ein- oder ausgeschaltet. Hier gilt:

  • weniger energieeffizient
  • größerer Verschleiß
  • die Temperatur im Raum schwankt stärker
  • größere Geräuschentwicklung, da der Kompressor / Ventilator zwar teil aus ist, dann aber wieder mit voller Drehzahl läuft

Welche Klimageräte eignen sich für einzelne Räume?

Hierfür eignen sich:

  1. Split-Klimageräte
  2. eingebaute Kompaktgeräte
  3. mobile Kompakt-Klimageräte

Was ist der Unterschied zwischen diesen drei Varianten?

2.1. Was ist ein Split-Klimagerät?

Ein Split-Klimagerät besteht aus:

  • einem Innengerät:
    oft unterhalb der Decke oder als Deckenkassette an der Decke angebracht
  • einem Außengerät (worin sich der Kompressor befindet) angebracht an einer Fassade oder auf einem Dach
  • zwei Kältemittelleitungen welche die Geräte miteinander verbinden

Merkmale dieser Bauweise:

  • typische Kälteleistungzwischen 2 und 5 kW (manchmal auch deutlich mehr)
  • leistungsgeregelter Kompressor
  • bei korrekter Anbringung: geringe Geräuschentwicklung und kaum störende Zugluft
  • hohe Energieeffizienz (das sogenannte Seasonal Energy Efficiency Ratio (SEER) kann oberhalb von 8 liegen)

Selbst einen einen Raum im Dachgeschoss kann mit so einem Gerät mit überschaubarem Energieaufwand angenehm kühl gehalten werden. Trotz praller Sonne und fehlendem Sonnenschutz. Vermeiden Sie alte Geräte die nur im Taktbetrieb arbeiten.

Der Anschaffungspreis + Montage (vom zertifizierten Fachbetrieb) liegt bei einigen tausend Euro.

2.2. Wie arbeitet ein Kompakt-Klimagerät?

Diese Geräte auch Monoblock-Klimageräte genannt haben die komplette Technik in einem Gerät, welches im Raum z.B. in eine Außenwand montiert wird.

  • etwas kostengünstiger
  • weniger energieeffizient als Split-Geräte damit teurer im Stromverbrauch
  • Geräusche und teils auch die Abwärme können eher in den Innenraum gelangen (der Kompressor steht ja innen)

Für häufigen Einsatz ist eher ein Split-Gerät zu empfehlen.

2.3. Was ist bei mobilen Klimageräten zu beachten?

Der größte Vorteil dieser Geräte ist wie der Name schon sagt die Mobilität – meist sind Rollen angebracht!
So eine „mobile Klimaanlage“ kann also leicht in jeden Raum transportiert werden, der gerade gekühlt werden soll. Das ist bei sporadischem Einsatz für kurze Zeit eine gute Lösung.

Bei Dauerbetrieb und Langfristiger Kühlung sind diese mobilen Geräte im Vergleich jedoch sehr ineffizient und energiehungrig.

Merkmale der mobilen Klimageräte:

  • Mobilität
  • ein oder zwei Luftschläuche müssen nach außen geführt werden
  • Geräuschentwicklung im Raum
  • Ineffizient im Vergleich
  • Kühlleistung meist bei bis zu 2 kW (= 2000 W)

Bei den typischen Einschlauch-Geräten wird nicht berücksichtigt, dass durch das Abführen der Warmluft nach Außen natürlich irgendwo durch das Gebäude auch wieder Luft in den Raum bzw. das Gebäude zurück gelangen muss. Der Raum ist ja logischerweise nicht luftdicht abgeriegelt – gut so, sonst würde er nachdem jeder darin erstickt ist ja irgendwann implodieren - übertrieben ausgedrückt.

Durch diese notwendigerweise nachströmende warme Luft gelangt natürlich wieder sehr viel Wärme in den Raum. Die Kühlung ist damit schwächer als erwartet. Als Ergebnis benötigt man im Vergleich zum modernen Split-Gerät schnell das vierfache an Strom.

Die Anschaffungskosten sind mit wenigen hundert Euro sehr niedrig.

Man muss also gut überlegen, ob das Mobilgerät zum Kühlen die richtige Wahl ist. Bei wochenlangem Dauerbetrieb in z.B. Büroräumen ist stark abzuraten. Bei sporadischem Einsatz in den Eigenen vier Wänden kann die Anschaffung trotzdem sinnvoll sein.

2.4. Welche Klimaanlage eignen sich für ein ganzes Gebäude?

Hier sind Multi-Split-Klimageräte eine gute Lösung.
Dabei werden mehrere Innengeräte in den zu kühlenden Räumen eingebaut und an ein zentrales Außengerät angeschlossen.
Die Kosten sind damit wesentlich geringer, als wenn wann viele Einfach-Split-Geräte verbauen würde. Außerdem ist das optisch für das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes besser. Das sieht man z.B. hier:

Zu viele Splitgeräte

Die Energieeffizienz liegt bei guten Geräten ähnlich hoch wie bei Einzelraum-Split-Geräten (SEER-Wertbei 8 oder höher).
Als weitere Variante gibt es auch zentrale Klimaanlagen für ein ganzes Geäude, sinnvoll wenn wenn viele Räume gekühlt werden müssen. Diese Anlagen vermeiden:

  • eine große Zahl von Kältemaschinen
  • verbundene Investitions- und Wartungskosten
  • eine Masse an Außengeräten an der Fassade

Die Geräte erreichen im Vergleich zur dezentralen Variante zusätzlich eine bessere energetische Optimierung. Speziell, wenn Kühlwasser für Wärmeabfuhr zur Verfügung steht. Zentralen Klimaanlage benötigen aufwendige Planung. Damit kann aber eine effiziente Kühlung realisiert werden welche den Energieverbrauch minimiert.

2.5. Was bedeuten die Energieeffizienzklassen?

Diese Angaben Energieeffizienzklasse von D (rot = extrem ineffizient) bis zu A+++ ( grün = beste Klasse) sind nur für Vergleiche innerhalb einer Geräteklasse nützlich. Hier sind die Geräte mit A+++ die sparsamsten und verbrauchen z.B. im Vergleich zu einem Klimagerät der Klasse B 40% weniger Strom. Diese Klassen werde Kühlgeräten bis zur Leistung von 12kW vergeben.

Vergleicht man dagegen ein Mobilgerät mit einem Split-Klimagerät hat es seinen Sinn diese Klassen zu beachten, da die Effizienz zwischen diesen Geräten anders bestimmt wird.

Hier ist ein Vergleich der SEER-Werte die richtige Vorgehensweise. Denken Sie aber an das oben erwähnte Problem der Einschlauchgeräte! Ein Einschlauchgerät der Effizienzklasse A ist z.B. im Vergleich zum modernen Split-Gerät eine energetische Katastrophe.

Stromverbrauch pro Tag ist auch kein sinnvoller Wert zum vergleichen. Man muss schließlich immer berücksichtigen, welche Kühlleistung das Gerät erbringt.

Das Energielabel enthält folgende Angaben:

  • Energieeffizienzklasse
  • Kühlleistung
  • Nennleistung
  • Lärmentwicklung
  • Stromverbrauch

2.6. Tipps für den effizienten Einsatz von Klimageräten

Vorab: Falls die Hitze im Raum nicht zu hoch ist, kann man statt eines Klimageräts zur Kühlung auch einen Ventilator nutzen.

Vorteile sind:

  • Stromsparend
  • Günstiger in der Anschaffung
  • der Luftstrom hilft gegen das Schwitzen obwohl die Raumtemperatur nicht sinkt
  • als großer ruhig laufender Deckenventilator fast lautlos

Hier aber Tipps zu der eigentlichen Klimatisierung Ihrer Räume:

  • Kühlung abstellen, wenn die Räume für mehrere Stunden nicht genutzt werden
  • Räume wenn nötig nur Stoßlüften
  • Kühlgeräte frühzeitig einschalten um die Raumtemperatur zu stabilisieren. Der Teillastbetrieb ist effizienter
  • Eine etwas höhere Temperatur kann man besser ertragen, wenn der Ventilator des Kühlgeräts für eine gute Luftbewegung sorgt. Die höhere Leistungsstufe des Ventilators spielt eine viel geringere Rolle als die höhere Effizienz des Kälteaggregats.
  • Reinigen Sie das Gerät nach Anleitung. Zugesetzte Filter reduzieren nämlich die Effizienz der Kühlung!

Weitere Tipps finden Sie im: PDF der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz 2012.

3. Wie funktioniert eigentlich eine Klimaanlage?

Im Prinzip arbeitet die Klimaanlage genau so wie ein Kühlschrank. Dieser kühlt ja ihr Bier im Innern und die Wärme wird aus dem Kühlschrank raustransportiert. Die warme Luft kann man meist hinten am Kühlschrank fühlen.

Das ganze in groß kühlt einen kompletten Raum – und die Warme Luft wird (bei den mobilen Klimageräten) mit per Abluftschlauch aus dem Raum nach außen geführt. Technisch gesehen hat die Klimatisierung meist folgenden Aufbau (basierend auf dem sogenannten Linde-Verfahren, 1876 von Carl von Linde, dem Erfinder des Kühlschranks, entdeckt):

  1. Ein Thermostat misst die Temperatur im Raum. Je nach Bedarf schaltet dieser das Kälteaggregat ein oder reguliert die Leistung wobei die Klimaanlage per Ventilator warme Luft aus dem Raum ansaugt.
  2. In der Klimaanlage ist ein geschlossener Kältekreislauf, im dem sich ein Kühlmittel befindet. Die warme Luft wird dort am sogenannten Verdampfer vorbeigeführt. Das Kühlmittel verdampft dabei und nimmt dabei die Wärme der angesaugten Luft auf.
  3. Die jetzt gekühlte Luft wird wieder zurück in den Raum geblasen (meist an Lamellen vorbei, um Luftwirbel zu vermeiden).
  4. Das verdampfte Kühlmittel wird in den Rohren zu einem Kompressor befördert, stark verdichtet und dadurch stark erhitzt.
  5. Anschließend strömt es durch den Kondensator, eine Rohrschlange an der Hinterseite des Gerätes. Dort wird das heiße, verdichtete Kühlmittel-Gas durch die Umgebungstemperatur schlagartig runtergekühlt, kondensiert dabei und wird wieder flüssig. Dafür hat nun aber die Umgebungsluft um den Kondensator die Wärme aufgenommen. Wohin also mit der warmen Luft?
  6. Beim Splitgerät findet dieser Prozess draußen statt – also ist die Wärme schon da wo sie hingehört.
    Beim mobilem Klimagerät im Raum wird diese erwärmte Luft per Ventilator und Schlauch nach draußen geblasen.
  7. Das flüssige Kältemittel fließt jetzt wieder zum Verdampfer, und der Kreislauf beginnt von neuem.

Je nach Einstellung und Gerät wird die Luft bei dem Vorgang entfeuchtet und gefiltert.

3.1. Wie wird der Abluftschlauch am Fenster befestigt?

Der oder die Schläuche der Klimageräte werden oft durch eine geöffnete Terassentür oder ein Fenster geführt. Das reduziert aber die Kühlleistung, so lange durch eben dieses Fenster auch permanent warme Außenluft zurück in den gekühlten Raum einströmt.

Hier wird (oft unkompliziert per Klettstreifen) eine "Dichtung" zwischen geöffnetem Fenster und Rahmen angebracht. In dieser Dichtung ist dann eine Öffnung für das Abschlussstück des Abluftschlauch. Damit kann die warme Luft nach außen, aber nicht zurück gelangen.
Wird das Klimagerät nicht mehr gebraucht, kann der Abluftschlauch weggenommen und der Reisverschluss geschlossen werden.

Vorteile der Fensterdichtung:

  • Erhöht die Kühlleistung & verringert den Energieverbrauch
  • einfache Selbstmontage
  • in der Regel rückstandslose Demontage
  • Fenster können trotz Fensterabdichtung geschlossen werden
  • Stechmücken und andere unerwünschte Insekten kommen nicht rein

3.1.1. Kann man den Abluftschlauch verlängern?

Theoretisch ja. Empfohlen nein. Der Schlauch wird ja durch die warme Abluft ebenfalls erwärmt. In etwa wie ein Heizungsrohr. Je länger also der Schlauch im Raum, um so mehr Wärme kommt in den Raum zurück. Je kürzer die Strecke, um so schneller ist die Wärme aus dem Raum entfernt.
Ein verlängerter Abluftschlauch macht das Klimagerät also ineffizienter!

Zusätzlich könnte bei einer Verlängerung im schlimmsten Fall Kondenswasser im Schlauch entstehen und in das Gerät zurückfließen, was dann zu Schäden führen kann.

3.2. Gibt es Klimaanlagen ohne Abluftschlauch?

Jein. Es gibt kein echtes Klimagerät ohne Abluftschlauch. Zur optimalen Kühlung muss die Wärme nun einmal aus dem Raum herausgebracht werden. Für die optimale Raumkühlung muss also ein Austausch von warmer zu kalter Luft erfolgen. Der Abluftschlauch ist also zwingend notwendig.

Möchten Sie trotzdem einen kleinen Kühleffekt ohne einen Schlauch aus dem Fenster zu legen, können Sie Luftkühler bzw. Aircooler zu kaufen oder einfach einen Ventilator.

Im Luftstrom dieser Geräte fühlt es sich dann kühler an. Bei einem Luftkühler wird im Gegensatz zum Ventilator auch ein Kühlaggregat genutzt. Nur wird die Warme Abluft auch wieder dem Raum zugeführt. Damit erfolgt also keine Reduzierung der Temperatur, sondern ein gefühlter Kühleffekt wenn den Luftstrom des Geräts abbekommt.

Aber nochmal: Da diesen Geräten der Abluftschlauch fehlt, sind sie nicht in der Lage, warme Luft aus dem Wohnraum abzuleiten. Wer die Raumluft richtig kühlen möchte, braucht ein echtes Klimagerät!

3.3. Warum entsteht beim Klimatisieren Kondenswasser?

In Schritt zwei der Grafik wird ja die feuchtwarme Luft über den Verdampfer geleitet. Das Kältemittel im Verdampfer nimmt die Wärme auf und dieser Vorgang sorgt für eine Abkühlung der Luft und des Verdampfers. Bei diesem Schritt wird die Luftfeuchtigkeit reduziert - Wasserdampf aus der Luft kondensiert, wird also flüssig.

Den Effekt kennt jeder aus dem Alltag. Wenn man im Winter eine Kalte Glasscheibe anhaucht, was passiert? Dort kondensiert dann ebenfalls die Feuchtigkeit aus der Atemluft.

3.4. Wie laut ist die Klimaanlage?

Diese Geräuschkulisse in Dezibel (dB(A)) gemessen und wird bei dem Gerät angegeben. Viele Geräte haben um die 50-55dB.
Womit das vergleichbar ist finden Sie hier:

Lautstärke in dB Entfernung Vergleichbar mit Schallquelle
20-30 dB am Ohr sehr ruhiges Zimmer
40-50 dB 1 Meter sprechender Mensch - normale Unterhaltung
60 dB 1 Meter Fernseher auf Zimmerlautstärke

https://de.wikipedia.org/wiki/Schalldruckpegel#Schalldruckpegel_und_Schalldruck_diverser_Schallquellen

Je nach Anwendungsfall und eigenem Empfinden ist ein Klimagerät also störend oder auch nicht. Wer sehr empfindlich ist und das Gerät in der Nacht im Schlafzimmer betreibt, den wird es möglicherweise stören. Ist man da eher unempfindlich oder kühlt das Schlafzimmer aus einem Nachbarzimmer mit geöffneter Tür, dann wird es selbst hier kein Problem geben. Tagsüber oder im Büro sollten die Geräusche für die meisten auch nicht problematisch sein.

4. Wie viel Strom verbrauchen die Klimageräte?

Generell verursachen Klimaanlagen oder Geräte hohe Stromkosten. Splitgeräte sind wie erwähnt effizienter und damit im Stromverbrauch günstiger.
Wie schon ausgeführt sollte zu Beginn die Wärmelast ermittelt werden, um auch wirklich das passende Gerät zu kaufen. Wer das nicht möchte und sich einfach einer (aber möglicherweise nicht passenden) Daumenregel bedienen möchten kann für einen Wohnraum oder das Büro in Bezug auf ein Monoblock-Klimagerät folgendes heranziehen: 60 Watt Kühlleistung pro Quadratmeter

Beispiel: Ein 25m² großer Raum soll gekühlt werden. Das ergibt 25 x 60 Watt = 1500 Watt ungefähr benötigter Kühlleistung.
Und so berechnet man den jährlichen Stromverbrauch des Klimageräts:
Angenommener Strompreis: 0,28 Euro pro kWh
Durchschnittlichen Laufzeit: 330 Stunden pro Jahr
Kosten = 1,5kW * 0,28 * 330 = 138,60 € Stromkosten pro Jahr

Achten Sie also beim Kauf auf die Effizienzklassen (Splitklimaanlagen A+++ bis D, mobile Kleinklimageräte maximal Klasse A+) können Sie dadurch die Stromkosten günstig beeinflussen. 

4.1. Wie Sie bei Ihrer Klimaanlage Stromkosten sparen

Dass eine Klimaanlage einen hohen Stromverbrauch hat, ist nicht zu leugnen. Selbst bei sparsamem Nutzerverhalten wird sich der Gebrauch auf der jährlichen Stromrechnung bemerkbar machen. Dennoch gibt es Einsparpotenzial, das Sie nutzen sollten, um die Kosten so gering wie möglich zu halten.

  • Fenster und Türen schließen
  • Bei mobilen Geräten sollten Fensterabdichtungen verwenden
  • Direkte Sonneneinstrahlung meiden
  • Eine mobile Klimaanlage möglichst frei positionieren damit die kühle Luft besser durch den Raum zirkuliert
  • Die Temperatur des klimatisierten Raumes sollte maximal 6 °C unter der Außentemperatur liegen
  • Die Stand-by-Funktion verbraucht auch Strom. Benötigen Sie das Gerät nicht, trennen Sie es einfach vom Netz
  • Reinigen Sie Ihre Klimaanlage regelmäßig. Sauber Filter garantieren maximiale Effizienz

5. Wo kann ich ein Klimagerät kaufen?

In unserem Shop finden Sie eine große Auswahl speziell mobiler Klimageräte für Wohnung und Büro. Für größere Klimaanlagen ist es sinnvoll einen zuverlässigen Planer zu finden und Angebote vergleichen zu können. Dafür ist unser Angebotsformular oben auf der Seite. Füllen Sie das Formular einfach aus uns wir helfen Ihnen bei der Suche nach Planern und guten Preisen.

Im Baumarkt oder örtlichen Elektrohandel finden Sie natürlich auch aktuelle Geräte. Zu den marktbekannten Herstellern gehören z.B.

  • De’Longhi
  • Remko
  • Trotec
  • Clatronic

Und falls Sie statt einer Klimatisierung zu dem Schluss kommen, dass ein Stand- oder Deckenventilator ausreichend ist können Sie sich ebenfalls gerne in unserm Shop umsehen. Hier eine kleine Auswahl:

AMAZ

5.1. Wie teuer ist eine mobile Klimaanlage?

Die Kosten bewegen sich zwischen 300 Euro bis 1500 EUR.
Die Preise sind primär abhängig von der Kühlleistung.
Die Angaben beziehen sich auf mobile Klimageräte für die Nutzung im Wohnraum oder Büro.

Hier noch einmal ein paar Faktoren, die den Preis beeinflussen:

  • benötigte Kühlleistung
  • welche Energieeffizienzklasse
  • Soll das Gerät Ventilator, Luftentfeuchter und Klimagerät in einem sein?
  • Wie laut ist das Gerät? Welche Lautstärke empfinden Sie als störend?
  • Welche Zusatzfunktionen und Automatisierung bietet das Gerät?
  • Wie groß und schwer ist es?

6. Sind Klimaanlagen für die Gesundheit gut oder schlecht?

Beides kann der Fall sein. Hier erst einmal ein paar Punkte zur Vorsicht:

Bei falscher Wartung können sich Viren, Bakterien und Pilzsporen verbreiten. Wenn die Klimaanlage zum Beispiel permanent feucht ist können sich dort eben diese Pilze oder Mikroben vermehren und sogar im Raum verteilt werden.

Auf dem internationalen Kongress: Gesunde Raumluft, Schadstoffe in Innenräumen Prävention und Sanierung (2004) hieß es:

„Wie jedes technische Gerät müssen auch Klimaanlagen regelmäßig gewartet werden. Werden RLT-Anlagen vernachlässigt, kommt es zu Funktionseinschränkungen sowie Staubablagerungen und Keimwachstum in den Anlagen. Eine mit Stäuben und Bioaerosolen belastete und möglicherweise gesundheitlich nachteilige Raumluft ist die Folge… Fazit: Klimaanlagen per se machen nicht krank. Von Anlagen jedoch, die aus hygienischer Sicht schlecht konzipiert oder die ungenügend gewartet sind, können durchaus gesundheitliche Gefährdungen ausgehen.“
https://www.wohnbauforschung.at/index.php?inc=download&id=5587

In einer 2007 durchgeführten Studie zur Thematik der Luftfeuchtigkeit heißt es:

„Unter anderem ist umstritten, inwieweit der Mensch in der Lage ist, die relative Luftfeuchte sensorisch abzuschätzen. So wird die Luft z. B. als zu trocken empfunden, obwohl die relative Luftfeuchte mit 50 % in einem als behaglich angesehenen Bereich liegt. Ein hoher Staubanteil in der Luft oder eine zu hohe Lufttemperatur können das Empfinden stark beeinflussen. Auch die landläufige Vorstellung, dass durch zu trockene Luft die Schleimhäute austrocknen und sich infolgedessen Krankheitserreger leichter ansiedeln können, ist umstritten. So zeigten Laboruntersuchungen keine Veränderung der Schleimviskosität in Abhängigkeit von der relativen Luftfeuchte. „
„Sofern die relative Luftfeuchte nicht über einen längeren Zeitraum in einen Bereich von 10 bis 20 % fällt, ist eine ständige Befeuchtung nicht ratsam, zumal befeuchtete Luft zum Teil als stickig empfunden wird. „
http://www.xn--komfortlftung-3ob.at/fileadmin/komfortlueftung/EFH/Hahn_Literaturrecherche_2007_009.pdf

Siehe auch das Buch: Lüftungs- und Klimaanlagen

Kann die keimfreie kühle Luft Erkältungen fördern? Ja, wenn die Luft zu kalt ist. Der Unterschied zur Außentemperatur sollte außerdem maximal 6°C betragen. Größere Differenzen sind für den Organismus eine Belastung.

Jetzt aber zum positiven Teil. 

6.1. Top 10 gesundheitliche Vorteile der Klimaanlage:

  1. Reduzierung von Asthmaanfällen
    Laut Mayo Clinic reduziert die Klimaanlage Pollen, Schimmel, Mehltau und anderen luftgetragene Außenallergene, die möglicherweise zu Asthma-Symptomen führen können. (Laut Cleveland Clinic ist ein weiterer wichtiger Bestandteil zur Vermeidung von Asthma-Auslösern der regelmäßige Wechsel des Luftfilters.)
  2. Ein sichereres Zuhause
    Normalerweise halten wir bei der Klimatisierung unserer Häuser Fenster und Türen geschlossen. Dies führt zu mehr Sicherheit, da es für jemanden viel schwieriger ist, bei geschlossenen Türen und Fenstern in Ihr Haus einzubrechen.
  3. Training
    Eine Klimaanlage kann helfen sich regelmäßig zu bewegen! Im klimatisierten Zuhause betreibt man im Sommer eher Sport nach der Arbeit, als in einer heißen, schwülen Umgebung.
  4. Weniger Insekten
    Da die Fenster geschlossen sind vermeiden Sie Mücken & andere Insekten.
  5. Besser schlafen
    Bei kälteren Bedingungen schlafen wir tatsächlich besser und die Klimaanlage ist die perfekte Antwort darauf.
  6. Verhindert, dass die Elektronik überhitzt
    Hitze kann der Elektronik ernsthaften Schaden zufügen, z. B. durch Verkürzung der Lebensdauer und Datenverlust.
  7. Verbessert die Arbeitsleistung
    Klimaanlagen halten ihren Verstand klar. Täglichen Aufgaben sind leichter zu bewältigen.
  8. Reduziert das Risiko der Dehydrierung
    Bei den hohen Temperaturen im Sommer vergessen viele genug zu trinken. In Klimatisierten Innenräumen kommt es weniger schnell zu diesem Problem.
  9. Reduziert das Risiko von Hitzschlag
    Hunderte Menschen sind an einem Hitzschlag gestorben. Das amerikansiche "Center for Disease Control and Prevention" stellt fest, dass "die Klimatisierung der wichtigste Schutzfaktor gegen hitzebedingte Krankheiten und Todesfälle ist."
  10. Weniger Lärm
    Normalerweise sind Türen und Fenster für klimatisierte Räume geschlossen. Dies bedeutet, dass weniger Lärm in den Raum gelangt und diese Orte kühl und ruhig bleiben.

 

 

 

 

 

Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de