Die Gebäudesanierung gehört heute nicht nur aus energiepolitischer Sicht, sondern auch aus rein praktischen Erwägungen zu den Themen, mit denen sich die meisten Gebäudeeigentümer über kurz oder lang befassen. Denn durch eine durchdachte Sanierung lassen sich Heizkosten enorm reduzieren und damit sowohl Umwelt, als auch Geldbeutel schonen. Ein wesentliches Kernelement zahlreicher Sanierungskonzepte sind zu Recht die Fenster.

1. Energiefresser Fenster - die Probleme alter Fensterkonstruktionen

Selbst zu Zeiten großer Fensterfronten und immer größerer Glasflächen zu Gunsten lichtdurchfluteter Wohnräume, nehmen Fenster immer noch einen vergleichsweise geringen Anteil der gesamten Gebäudehülle ein. Trotzdem lohnt es, sich mit dem Thema eines Fensteraustauschs zu befassen. Neben der Möglichkeit, mit geringem Aufwand Fenster online bestellen zu können, sprechen auch ganz praktische Gründe für einen Tausch dieser Elemente. Denn ältere Fenster weisen in mehreren Punkten eklatante Schwächen auf:

1.1. Der Rahmen

Obwohl sich an den eigentlichen Rahmenkonstruktionen in den letzten Jahrzehnten nur wenig geändert hat, bringen moderne Fensterahmen heute weit bessere Dämmeigenschaften mit sich. Neben veränderten Details liegt das vor allem an den heute üblichen Rahmendicken. Während noch in den 70er Jahren Rahmendicken von 60 bis 70 Millimeter üblichen waren, liegen moderne Konstruktionen bei 100 und mehr Millimeter. Entsprechend höher fällt der Dämmwert aus.

1.2. Das Glas

Alte Isolierverglasungen mit zwei Scheiben und dazwischen befindlichem Vakuum sind kein Vergleich zu heutigen Scheibenaufbauten mit drei Scheiben, einer zusätzlichen Bedampfung oder Folierung und ergänzend Gasfüllungen zwischen den Scheiben, die die Funktion eines Vakuums nochmal übertreffen.

Frühere Wärmedurchgangswiderstände werden durch moderne Fensterverglasungen problemlos um das fünf- bis sechsfache unterboten, teils auch noch deutlich mehr.

Als zweites Manko ist anzuführen, dass Scheiben mit der Zeit über den Randverbund das Vakuum verlieren, so dass eine bereits um Einbauzustand "schlechte" Scheibe im Laufe der Jahre nochmals in ihrer Wirksamkeit abnimmt.

1.3. Der Einbau

Die Luftdichtheit eines Gebäudes ist erst vor wenigen Jahrzehnten in den Fokus der Energiesparer gelangt. So verwundert es auch nicht, dass moderne Einbauvarianten ungleich dichter sind und den Strom warmer Raumluft ins Freie effektiv verhindert, während die Leckagen alter Fenster meist schon mit bloßer Hand zu spüren sind. 

2. Dicht und warm - die Vorzüge moderner Fenstersysteme

Ein neues Fenster punktet selbstverständlich durch eine bessere Dämmwirkung des Rahmens, aber vor allem auch des Glases. Darüber hinaus erfolgt ein Fenstereinbau heute nach anderen Standards, so dass für den Spalt zwischen Rohbauwand und Fenster nicht mehr bzw. nicht mehr nur Bauschaum verwendet wird, sondern viel mehr eine luftdichte Anbindung beider Bauteile über eine geeignete luftdichte Bahn und zugehörige Verklebungen erfolgt.

Neben diesen Faktoren gewinnt aber auch ein anderer Aspekt enorm an Bedeutung: Die Dichtheit des Fensters an sich.

  • Fenster vor den 70er Jahren schlossen in der Regel so dicht, dass Regen draußen blieb. Von einer Gummidichtung war dagegen nichts zu sehen.
  • Ab den 70er Jahren wurde Blend- und Flügelrahmen, also die Verbindung zwischen dem festen und dem beweglichen Teil eines Fensters, mit einfachen Schaumgummidichtungen und später immer weiter auf diesen Einsatzfall zugeschnittenen Gummi-Lippendichtungen ausgestattet.
  • Heute weisen Fenster dagegen bis zu drei Dichtungsebenen aus hintereinander geschalteten Gummidichtungen auf. So wird ein nie dagewesenes Maß an Luftdichtigkeit erreicht.

Die aufwändig erwärmte Innenluft bleibt damit genau dort - nämlich innen. Zwar muss die notwendige Lüftung dann gezielt auf anderem Wege erfolgen, etwa durch Öffnen des Fensters. Allerdings geschieht der Luftaustausch dann kontrolliert und die dauerhafte, ungewollte Auskühlung des Gebäudes wird verhindert.

Mit modernen Fenstern Energie sparen

3. Warum der Effekt beim Fenstertausch so hoch ist

Für den Laien stellt sich nun die berechtigte Frage, warum man ausgerechnet die Fenster sanieren sollte. Das Dach oder auch die Außenwand nimmt doch viel mehr Fläche ein, als die Fenster. Diese Frage lässt sich aber ebenso klar und einfach beantworten:

Wie vorher beschrieben, werden die großen Effekte bei modernen Fenstern nicht in der Fläche, sondern in den Detailpunkten erreicht. Und genau diese Detailpunkte, also Übergänge zwischen Fenster und anderen Bauteilen, oder die Verbindungen von Fensterflügel zu Fensterrahmen, sind bei anderen Bauteilen in Relation zur Fläche nur sehr gering vorhanden.

Das bedeutet schlicht, das Potential, mit geringen Kosten hohe Effekte zu erzielen, ist auch deutlich geringer.

3.1. Fazit - mit geringem Aufwand zu deutlichen Energieeinsparungen

Nach Abwägung aller Fakten wird klar, dass der Austausch der Fenster ein guter Schritt in Sachen kostengünstiger und zugleich effektiver Sanierung ist. Da gerade Fenster heute sehr leicht online bestellt werden können, sinkt auch der mit dem Austausch verbundene Aufwand deutlich unter den anderer Sanierungsmaßnahmen, wie etwa der zusätzlichen Dämmung des Dachs, oder der Isolierung der Kellerwände.

Da die Fenster bei nahezu jedem Blick nach Draußen außerdem unmittelbar im Blickfeld des Bewohners liegen, punkten sie in Sachen Aufwand und Auswirkungen und lassen darüber hinaus alle Menschen im Haus täglich an dem zugewonnenen Komfort teilhaben.

Quellen:
Bild weißes Fenster: pixabay.com © StockSnap
Bild Fensterfront mit Tisch: pixabay.com © StockSnap

Immer mehr Wärmepumpen werden in Deutschland installiert. In wirklich sehr seltenen Fällen können sie aber der Umwelt schaden. Um für solche Eventualitäten gerüstet zu sein, sollte man sich über eine Haftpflichtversicherung

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