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Wärmepumpe zum Kühlen: Active und Passive Cooling im Überblick 2026

Inhaltsverzeichnis:

Eine Wärmepumpe kann im Sommer nicht nur heizen, sondern auch kühlen — und das deutlich effizienter als eine klassische Klimaanlage. Ob Active Cooling mit bis zu 20 °C Raumtemperaturabsenkung oder energiesparendes Passive Cooling: Wir zeigen Ihnen, welche Variante sich für Ihr Zuhause lohnt, was es kostet und worauf Sie 2026 achten müssen.

Funktionsprinzip: Wie kühlt eine Wärmepumpe?

Das Grundprinzip ist einfach: Eine Wärmepumpe transportiert Wärme von einem Ort zum anderen. Im Winter entzieht sie der Umgebung (Luft, Erde oder Grundwasser) Wärme und führt sie dem Gebäude zu. Im Sommer wird dieser Prozess umgekehrt — die Wärmepumpe entzieht dem Gebäude Wärme und gibt sie nach außen ab.

Dabei unterscheidet man zwei grundlegende Verfahren:

  • Active Cooling (aktive Kühlung): Der Kältekreislauf der Wärmepumpe wird umgekehrt betrieben. Der Kompressor läuft aktiv, wodurch eine höhere Kühlleistung von bis zu 5 kW erreicht wird.
  • Passive Cooling (passive Kühlung): Nur die Umwälzpumpe arbeitet. Das kühle Erdreich oder Grundwasser wird direkt zur Kühlung genutzt — der Kompressor bleibt aus. Der Stromverbrauch liegt bei nur 100–200 Watt, also einem Bruchteil des aktiven Betriebs.

Gut zu wissen: Passive Cooling ist nur mit Erdwärmepumpen oder Grundwasser-Wärmepumpen möglich, da diese auf ein natürlich kühles Medium zugreifen. Luft-Wärmepumpen können ausschließlich aktiv kühlen.

Active vs. Passive Cooling: Der große Vergleich

Die Entscheidung zwischen Active und Passive Cooling hängt von mehreren Faktoren ab — Wärmepumpentyp, gewünschte Kühlleistung und Budget. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen schnellen Überblick:

Kriterium Active Cooling Passive Cooling
Funktionsweise Kältekreislauf wird umgekehrt, Kompressor läuft Nur Umwälzpumpe aktiv, Kälte aus Erdreich/Grundwasser
Kühlleistung Hoch (bis 5 kW, ca. 15–20 °C Absenkung möglich) Moderat (ca. 2–3 °C Absenkung)
Stromverbrauch Wie im Heizbetrieb (800–2.000 W) Sehr gering (100–200 W)
Geeignete WP-Typen Luft-WP, Sole-WP, Wasser-WP Nur Sole-WP und Wasser-WP
Investitionskosten 500–2.500 € Aufpreis 1.000–3.000 € Aufpreis
Betriebskosten/Jahr 100–250 € 20–50 €
Regelbarkeit Sehr gut, präzise Temperatursteuerung Eingeschränkt, abhängig von Erdreichtemperatur
Geräuschentwicklung Kompressor hörbar (wie Heizbetrieb) Nahezu geräuschlos

Empfehlung: Wer bereits eine Erdwärmepumpe besitzt oder plant, sollte unbedingt Passive Cooling einplanen — die Betriebskosten von unter 50 Euro pro Jahr sind kaum zu schlagen. Bei Luft-Wärmepumpen ist Active Cooling die einzige Option, lohnt sich aber trotzdem gegenüber einer separaten Klimaanlage.

Wärmepumpe vs. Klimaanlage: Wann lohnt sich was?

Viele Hausbesitzer fragen sich, ob eine separate Klimaanlage nicht günstiger wäre als die Kühlfunktion der Wärmepumpe. Die Antwort hängt von der Ausgangssituation ab:

Vorteile der Wärmepumpen-Kühlung gegenüber Klimaanlagen

  • Kein zusätzliches Außengerät: Split-Klimaanlagen benötigen ein Außengerät an der Fassade — oft ein Streitthema mit Nachbarn und Denkmalschutz.
  • Flächendeckende Kühlung: Über die Fußbodenheizung wird der gesamte Wohnraum gleichmäßig temperiert, nicht nur einzelne Zimmer.
  • Geringere Zugluft: Die Kühlung über Flächenheizungen erzeugt keine unangenehmen Luftströme.
  • Langfristig günstiger: Keine doppelte Wartung, keine zweite Anlage, ein System für alles.

Wann eine Klimaanlage sinnvoller sein kann

  • Wenn bereits eine ältere Wärmepumpe ohne Kühlfunktion installiert ist und eine Nachrüstung unverhältnismäßig teuer wäre.
  • Wenn nur ein einzelner Raum (z. B. Dachgeschoss) gekühlt werden soll.
  • Wenn eine schnelle, starke Kühlung um mehr als 10 °C benötigt wird — hier sind Split-Klimageräte leistungsfähiger.

Laut dem Umweltbundesamt sind Wärmepumpen mit Kühlfunktion die nachhaltigere Lösung, da sie im Winter wie im Sommer effizient arbeiten und keine zusätzlichen Kältemittelkreisläufe benötigen.

Kühlung im Eigenheim: Fußbodenheizung und das Taupunkt-Problem

Die meisten Wärmepumpen geben ihre Kühlleistung über die bereits vorhandene Fußbodenheizung ab. Das funktioniert gut — aber es gibt eine physikalische Grenze: den Taupunkt.

Wenn die Oberflächentemperatur des Fußbodens unter den Taupunkt der Raumluft sinkt, kondensiert Feuchtigkeit auf dem Boden. Das bedeutet: nasse Flächen, Rutschgefahr und im schlimmsten Fall Schimmelbildung. Deshalb wird die Vorlauftemperatur beim Kühlen nie unter 16–18 °C eingestellt.

Was ist der Taupunkt? Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luftfeuchtigkeit kondensiert. Bei einer Raumtemperatur von 25 °C und 60 % relativer Luftfeuchtigkeit liegt der Taupunkt bei etwa 16,7 °C. Die Fußbodenoberfläche darf also nicht kälter werden, um Kondensat zu vermeiden.

Moderne Wärmepumpenregelungen überwachen den Taupunkt automatisch über Feuchtigkeits- und Temperatursensoren. Einige Hersteller bieten zusätzlich Taupunktwächter an, die bei Unterschreitung des kritischen Werts die Kühlung automatisch drosseln oder abschalten.

In der Praxis bedeutet das: Mit Fußbodenheizung ist eine Raumtemperaturabsenkung von 2–5 °C realistisch — an besonders heißen Tagen reicht das, um den Komfort spürbar zu verbessern, ersetzt aber keine Klimaanlage. Wer stärkere Kühlung braucht, kann zusätzlich Gebläsekonvektoren (Fancoils) installieren, die höhere Kühlleistungen ermöglichen.

Wärmepumpen-Hersteller mit Kühlfunktion

Die meisten großen Hersteller bieten 2026 Wärmepumpen mit integrierter oder nachrüstbarer Kühlfunktion an. Hier ein Überblick der wichtigsten Anbieter:

Hersteller Modellreihe (Beispiel) Kühlart Besonderheit
Viessmann Vitocal 250-A/252-A Active Cooling Serienmäßige Kühlfunktion, Smart-Grid-ready
Vaillant aroTHERM plus VWL Active Cooling Flüstermodus für Nachtbetrieb, COP bis 5,0
Bosch Compress 7800i LW Active Cooling Integrierter Pufferspeicher, Kühlung bis 7 °C Vorlauf
Daikin Altherma 3 H HT Active Cooling Marktführer Klimatechnik, besonders leise
NIBE S1255 / F1355 Active + Passive Passive Cooling bei Erdwärme serienmäßig
Stiebel Eltron WPE-I / WPF-S Active + Passive Passive Cooling ohne Aufpreis bei Sole-WP
Wolf CHA-Monoblock Active Cooling Kompaktes Design, einfache Nachrüstung

Laut dem Bundesverband Wärmepumpe (BWP) verfügen über 80 % der 2025/2026 neu installierten Wärmepumpen über eine Kühloption — entweder serienmäßig oder als optionales Modul.

Tipp beim Neukauf: Achten Sie darauf, dass die Kühlfunktion bereits im Lieferumfang enthalten ist. Eine spätere Nachrüstung kostet 500–1.500 Euro extra und ist bei manchen Modellen technisch nicht möglich. Vergleichen Sie die Wärmepumpe Kosten und Preise verschiedener Hersteller.

Energieverbrauch und Kosten beim Kühlen

Ein entscheidender Vorteil der Wärmepumpen-Kühlung ist der niedrige Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Klimaanlagen. Die Unterschiede zwischen Active und Passive Cooling sind dabei erheblich:

Energieverbrauch im Detail

  • Passive Cooling: 100–200 Watt — nur die Umwälzpumpe läuft. Bei 500 Betriebsstunden pro Sommer ergibt das 50–100 kWh, also 15–30 Euro Stromkosten pro Jahr.
  • Active Cooling: 800–2.000 Watt — der Kompressor arbeitet wie im Heizbetrieb. Bei 300–500 Betriebsstunden summiert sich das auf 240–1.000 kWh, also 75–300 Euro pro Jahr.
  • Split-Klimaanlage (Vergleich): 700–1.500 Watt pro Raum — bei 3 Geräten und 500 Stunden sind das 1.050–2.250 kWh, also 320–680 Euro pro Jahr.
Kostenart Passive Cooling Active Cooling Nachrüstung Klimaanlage
Investition (Aufpreis/Anschaffung) 1.000–3.000 € 500–2.500 € 2.000–6.000 € (3 Räume)
Jährliche Stromkosten 15–30 € 75–300 € 320–680 €
Wartungskosten/Jahr 0 € (in WP-Wartung enthalten) 0 € (in WP-Wartung enthalten) 100–200 €
Kosten über 15 Jahre 1.225–3.450 € 1.625–7.000 € 8.300–19.200 €

Förderfähigkeit der Kühloption

Die Kühlfunktion selbst ist nicht separat förderfähig. Allerdings wird sie als Bestandteil der Wärmepumpenanlage automatisch mitgefördert, wenn die Wärmepumpe die Fördervoraussetzungen erfüllt.

Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gelten 2026 folgende Fördersätze für Wärmepumpen:

  • Grundförderung: 30 % der förderfähigen Kosten
  • Klimageschwindigkeits-Bonus: +20 % (bei Austausch fossiler Heizung)
  • Einkommens-Bonus: +30 % (bei Haushaltseinkommen unter 40.000 €/Jahr)
  • Maximale Förderung: bis zu 70 % (max. 21.000 € bei 30.000 € förderfähigen Kosten)

Da die Kühlfunktion zum Lieferumfang gehört oder als optionales Modul bestellt wird, fließt ihr Preis in die förderfähigen Gesamtkosten ein. Ein separater Förderantrag für die Kühloption ist nicht nötig. Details finden Sie beim KfW-Heizungsförderung.

Wichtig: Die Förderung muss vor Vertragsschluss bei der KfW beantragt werden. Ein Antrag nach Auftragserteilung führt zum Verlust des Förderanspruchs. Mehr zu den Kosten erfahren Sie in unserem Ratgeber Wärmepumpe Kosten und Preise.

Exkurs: Cold Plunge — Kühlung für den Körper

Während die Wärmepumpe Ihr Zuhause kühlt, gibt es einen wachsenden Trend zur gezielten Kühlung des Körpers: das sogenannte Cold Plunge oder Eisbaden. Was zunächst nach Extremsport klingt, wird von immer mehr Gesundheitsexperten empfohlen — und nutzt ein ähnliches Prinzip wie die Wärmepumpe: kontrollierten Wärmeentzug.

Ein Cold-Plunge-Becken mit Kühlaggregat funktioniert im Grunde wie eine kleine Wärmepumpe: Es entzieht dem Wasser Wärme und hält es auf Temperaturen zwischen 3 und 15 °C. Die gesundheitlichen Vorteile reichen von verbesserter Durchblutung über Stressreduktion bis hin zu beschleunigter Muskelregeneration.

Falls Sie sich für die besten Geräte interessieren, empfehlen wir den umfassenden Cold-Plunge-Kühlaggregat-Vergleichstest. Und wenn Sie wissen möchten, was ein Eisbad-Setup kostet, finden Sie alle Details unter Was kostet ein Eisbad?.

Praxis-Tipps: Kühlung mit der Wärmepumpe optimieren

  • Nachtabsenkung nutzen: Kühlen Sie vor allem in den Nachtstunden vor, wenn die Außentemperaturen fallen. So arbeitet die Wärmepumpe effizienter.
  • Rollläden und Verschattung: Externe Verschattung reduziert den Kühlbedarf um bis zu 40 % — das spart Strom und entlastet die Wärmepumpe.
  • Raumtemperatur realistisch planen: Erwarten Sie keine Klimaanlagen-Kälte. Eine Absenkung um 3–5 °C über die Fußbodenheizung ist komfortabel und energieeffizient.
  • Gebläsekonvektoren (Fancoils): Für Räume mit hohem Kühlbedarf (Dachgeschoss, Südseite) sind Fancoils eine sinnvolle Ergänzung — sie ermöglichen stärkere Kühlung als Flächenheizungen.
  • Erdwärme-Regeneration: Bei Sole-Wärmepumpen hat die Sommerkühlung einen Nebeneffekt: Die ins Erdreich abgegebene Wärme regeneriert die Sonde und verbessert die Heizleistung im Winter.

Weitere Einsatzmöglichkeiten Ihrer Wärmepumpe finden Sie in unserem Überblick zu Wärmepumpe Anwendungsgebiete.

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FAQ - Häufig gestellte Fragen in Kürze

Kann jede Wärmepumpe auch kühlen?

Nein. Die Kühlfunktion muss entweder serienmäßig integriert oder als Option nachrüstbar sein. Die meisten neuen Luft-Wärmepumpen bieten Active Cooling an, Erdwärmepumpen häufig zusätzlich Passive Cooling. Prüfen Sie vor dem Kauf die Herstellerangaben.

Wie stark kühlt eine Wärmepumpe im Vergleich zur Klimaanlage?

Mit Fußbodenheizung sind 2–5 °C Raumtemperaturabsenkung realistisch. Mit Gebläsekonvektoren (Fancoils) sind bis zu 10–15 °C Absenkung möglich. Eine Split-Klimaanlage schafft 15–20 °C Absenkung in einem Raum, kühlt aber nicht das gesamte Haus.

Was kostet die Kühloption bei einer neuen Wärmepumpe?

Der Aufpreis liegt je nach Hersteller und Kühlart zwischen 500 und 3.000 Euro. Bei vielen aktuellen Modellen ist Active Cooling bereits im Standardpaket enthalten. Die Betriebskosten sind mit 15–300 Euro pro Jahr überschaubar — je nachdem, ob passiv oder aktiv gekühlt wird.

Wird die Kühlfunktion gefördert?

Die Kühloption wird nicht separat gefördert, aber als Bestandteil der Wärmepumpenanlage über die BEG-Förderung (bis zu 70 %) automatisch mitgefördert. Der Preis der Kühloption fließt in die förderfähigen Gesamtkosten ein.

Schadet das Kühlen über die Fußbodenheizung dem Bodenbelag?

Nein, sofern die Vorlauftemperatur nicht unter 16 °C sinkt. Moderne Regelungen mit Taupunktwächter verhindern zu starke Abkühlung automatisch. Sowohl Fliesen als auch Parkett und Vinyl vertragen die leichte Kühlung problemlos. Weitere Informationen zur Fußbodenheizung finden Sie in unserem Ratgeber Fußbodenheizung.

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